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Maren Kreiter (Philippinen)

Wie kam es zu deinem Kurzeinsatz?

Ich wusste, dass ich nach der Schule auf jeden Fall ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) machen wollte. Dieses Jahr wollte ich nutzen, um mein Englisch zu verbessern, Erfahrungen zu sammeln, mich verändern zu lassen und Gott von einer völlig neuen Seite kennen zu lernen. Also hab ich mich bei verschiedenen Organisationen nach ihrer Arbeit erkundigt, mich anschließend bei „Christ for Asia“ (JMS Altensteig) beworben und eine Zusage bekommen.

 

Wie erging es dir auf den Philippinen?

Von Anfang an wurden meine vier Mit-FSJler und ich von allen sehr herzlich aufgenommen. Dadurch dass die Kinder dort (sowohl im Heim als auch auf der Straße) sehr neugierig und aufgeschlossen waren, kam ich leicht mit ihnen ins Gespräch und lernte sie überraschend schnell kennen. Dadurch fühlte ich mich dort sehr bald zugehörig und gegen Ende sogar wie ein Teil dieser großen Familie.

 

Was waren deine Aufgaben?

Auf dem Zentrum in Cebu City/Philippinen gibt es zwei Kinderheime (eins für Jungs und eins für Mädchen) für ehemalige Straßenkinder. Mit dabei ist außerdem eine Schule, die sowohl für die Heimkinder, als auch für Straßenkinder von außerhalb zugängig ist. Meine Hauptaufgabe war es, im Mädchenheim mitzuhelfen. Das bedeutete morgens putzen, kochen, im Haushalt mithelfen. Mittags, nachdem die Mädels aus der Schule zurück waren, halfen wir ihnen bei den Schulaufgaben und sonstigen Projekten. Und ansonsten halfen wir auch viel „außerplanmäßig“. Wir strichen z.B. die Kinderzimmer neu und organisierten Ausflüge.
Ein zweiter Bereich, in dem ich mitarbeitete, war das sogenannte „feeding“ (Essensausgabe und Evangelisation unter Kindern). An jedem Tag der Woche fuhr man gemeinsam mit einem einheimischen Team an festgelegte Orte, um die Straßenkinder dort zu besuchen. Einmal die Woche half ich dort mit. Zuerst bereiteten wir alles vor, kochten, bastelten etc. Anschließend fuhren wir zum Einsatzort, wo wir zuerst ein bisschen mit den Kindern spielten. Danach erzählten wir ihnen eine Geschichte aus der Bibel, sangen und beteten mit ihnen. Und zum Schluss gab’s warmes Essen für alle.

 

Was war dein persönliches „Highlight“?

Ein einziges Highlight festzumachen, ist nicht möglich. Viel mehr waren es viele kleine Dinge, die mich immer wieder erstaunt und erfreut haben: Es war so schön, die strahlenden Augen eines Kindes zu sehen, das sich schon den ganzen Tag genügsam damit beschäftigte, Steinchen in den Sand zu werfen. Oder die Großzügigkeit der Leute aus dem Dorf zu erleben, die selbst so aussahen, als hätten sie für sich selbst schon nicht genug. Es war ermutigend, die Dankbarkeit der Menschen zu erfahren, nachdem man ihnen nur ein wenig Interesse entgegengebracht hatte. Oder das freudige Lächeln der alten Frau zu beobachten, die nicht einmal verstanden hat, was ich auf Englisch zu ihr gesprochen hatte.

 

Was empfandest du als schwierig?

Schwierig war vor allem der Umgang mit der Armut dort. Schon allein der Anblick eines Kindes oder einer ganzen Familie, die am Straßenrand liegen, ist einfach erschütternd. Dazu kommt, dass viele Kinder betteln – vor allem bei Weißen. Damit musste ich erst lernen umzugehen. So habe ich mir angewöhnt, z.B. immer eine Kleinigkeit in der Tasche zu haben, wenn ich das Haus verließ oder im Restaurant ein bisschen mehr zu bestellen um es dann später an die Kinder zu verteilen.

 

Wie hat dich dein Kurzeinsatz geprägt?

Durch das vergangene Jahr wurde ich vermutlich stärker geprägt, als es mir selbst bewusst ist. Die Leben unserer Heimkinder und auch der Einheimischen haben mich stark beeindruckt und ins Nachdenken gebracht. Ihre offene, dankbare, gebefreudige und irgendwie inspirierende Art ist etwas, das ich mir für mich selbst wünsche. Auf den Philippinen durfte ich mich selbst von einer neuen Seite kennen lernen und auch Gott ganz neu erfahren.

 

Was würdest du anderen Kurzzeitmitarbeitern auf den Weg geben?

Vor meinem Kurzeinsatz hat mir meine Organisation empfohlen, ein paar Erwartungen für das vor mir liegende Jahr aufzuschreiben. Erwartungen an Gott und an mich selbst.

Dies finde ich im Nachhinein als wirklich ratsam. Denn immer wieder konnte ich mir selbst das Niedergeschriebene vorhalten um mich entweder zu freuen, meinen Zielen näher gekommen zu sein oder um mich zu fragen: „Warum läuft es nicht so, wie ich es mir vorgenommen hatte?“ Also trau dich und vor allem: Habe große Erwartungen an Gott!

 

Wie geht es für dich nach deinem Einsatz weiter?

Ab Oktober werde ich Biologie in Freiburg studieren. Und der Abflugtag für meinen ersten Besuch zurück auf den Philippinen steht schon festJ.